BFSG: Was B2B-Websites zur Barrierefreiheit umsetzen müssen
Das BFSG gilt seit Juni 2025. Was B2B-Websites jetzt zur Barrierefreiheit umsetzen müssen – und…
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Wer als B2B-Unternehmen seine Website analysiert, steht früher oder später vor einer grundlegenden Entscheidung: Matomo oder Google Analytics 4? Beide Tools liefern Daten über Besucher, Traffic-Quellen und Conversions – doch der Unterschied liegt im Detail. Gerade für B2B-Websites, auf denen sensible Geschäftsdaten und Kontaktanfragen verarbeitet werden, ist die Wahl des richtigen Web-Analytics-Systems mehr als eine technische Frage. Es geht um Datenschutz, Rechtssicherheit und die Kontrolle über eigene Unternehmensdaten.
Viele B2B-Websites verarbeiten täglich Anfragen potenzieller Geschäftskunden, tracken komplexe Conversion-Pfade und analysieren, welche Inhalte bei welchen Zielgruppen funktionieren. Der Einsatz von Web-Analytics-Tools ist dabei unverzichtbar – doch mit dem Inkrafttreten der DSGVO und den Entscheidungen der europäischen Datenschutzbehörden ist Google Analytics ins Visier geraten.
Mehrere EU-Datenschutzbehörden – darunter die österreichische DSB, die französische CNIL und die niederländische AP – haben den Einsatz von Google Analytics für rechtswidrig erklärt, weil Daten auf US-amerikanische Server übertragen werden. Für B2B-Unternehmen, die im Geschäftskundensegment agieren und häufig strenge Compliance-Anforderungen ihrer eigenen Kunden erfüllen müssen, ist das ein Problem.
Matomo (früher Piwik) ist die Open-Source-Alternative zu Google Analytics. Der entscheidende Vorteil: Matomo kann vollständig auf eigenen Servern betrieben werden. Damit verbleiben alle Daten in der eigenen Infrastruktur – keine Übertragung in Drittstaaten, keine Datenweitergabe an Google oder andere Dritte.
GA4 ist das aktuell leistungsfähigste kostenlose Web-Analytics-Tool auf dem Markt. Die Stärken liegen in der tiefen Integration mit dem Google-Ökosystem, dem maschinengestützten Lernen und dem ereignisbasierten Tracking-Modell, das Nutzerverhalten über verschiedene Geräte und Sessions hinweg verfolgt.
Das grundlegende Problem mit GA4 bleibt bestehen: Daten werden an Google-Server in den USA übertragen. Das EU-US Data Privacy Framework aus 2023 schafft zwar eine neue Grundlage für transatlantische Datentransfers, wird aber von Datenschützern kritisch begleitet und könnte erneut vor dem EuGH landen. Unternehmen, die auf GA4 setzen, gehen ein rechtliches Restrisiko ein – und müssen zwingend einen Cookie-Consent-Banner einsetzen sowie eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung mit Google abschließen.
Für viele B2B-Unternehmen bedeutet das: aufwändiges Consent-Management, potenzielle Datenverluste durch abgelehnte Cookies (je nach Branche lehnen 30-60% der Nutzer Tracking ab) und rechtliche Unsicherheit.
Wer sich für Matomo entscheidet, hat zwei Betriebsmodelle zur Wahl:
Die kostenlose Open-Source-Version läuft auf eigenem Server oder gemietem Hosting. Voraussetzungen: PHP, MySQL/MariaDB, ausreichend Speicher für die Datenbank. Die Installation ist in einer Stunde erledigt, die Konfiguration erfordert etwas mehr Aufwand.
Geeignet für: Unternehmen mit eigener IT-Infrastruktur oder einem technisch versierten Team, die maximale Datenkontrolle und DSGVO-Sicherheit wünschen.
Matomo bietet auch einen gehosteten Dienst an, bei dem die Server in der EU stehen. Das nimmt den Betriebsaufwand ab, ist aber kostenpflichtig (ab ca. 19 EUR/Monat). Auch hier: Daten verlassen nicht die EU und werden nicht mit Dritten geteilt.
Geeignet für: Unternehmen ohne eigene Serverinfrastruktur, die trotzdem Datenschutz-Compliance wollen.
Die Migration ist technisch überschaubar, aber will sorgfältig geplant sein:
Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht – aber klare Tendenzen:
Die Wahl zwischen Matomo und GA4 ist keine rein technische Entscheidung. Für B2B-Unternehmen, die Vertrauen als Geschäftsgrundlage sehen, ist DSGVO-konformes Web Analytics ein klares Signal an Kunden und Partner. Matomo – insbesondere im Self-Hosting – bietet dabei alles, was B2B-Websites für fundierte Entscheidungen brauchen: vollständige Daten, ohne Cookie-Consent-Pflicht, ohne Drittlandtransfer und ohne Abhängigkeit von einem US-Konzern.
GA4 bleibt relevant, wo das Google-Ökosystem zentral ist. Wer jedoch langfristig auf Rechtssicherheit und Datenhoheit setzt, wird mit Matomo die bessere Grundlage schaffen.
Sie überlegen, Ihre Website-Analytics datenschutzkonform aufzustellen oder wollen von GA4 zu Matomo migrieren? Sprechen Sie uns an – wir helfen Ihnen bei der Auswahl, dem Setup und der sauberen Implementierung.