ERP-Anbindung für Websites und Shops: Was Sie vor dem Projekt wissen müssen

Die ERP-Anbindung ist das technisch anspruchsvollste Element eines B2B-Webprojekts — und gleichzeitig das, das am häufigsten unterschätzt wird. Wer ohne klare Vorbereitung startet, landet in einem Projektmarathon aus Nachbesserungen und Budgetüberschreitungen.

Die 5 Fragen vor Projektstart

1. Welche Daten müssen synchronisiert werden?

Nicht alles muss in Echtzeit fließen. Definieren Sie konkret: Welche Daten (Produkte, Preise, Bestände, Bestellungen, Kundendaten) müssen zwischen ERP und Website synchron sein — und in welcher Richtung?

2. Hat Ihr ERP eine API?

Moderne ERPs (SAP Business One, Microsoft Dynamics, Haufe X360) bieten REST-APIs. Ältere Systeme erfordern Middleware oder CSV-Importe. Klären Sie das vor der Agentursuche — es bestimmt den gesamten technischen Ansatz.

3. Echtzeit oder Batch?

Echtzeit-Synchronisation ist teurer und komplexer. Für Lagerbestände kann ein stündlicher Sync ausreichen. Für Bestellungen brauchen Sie Echtzeit. Definieren Sie pro Datentyp die Anforderung.

4. Wer ist der ERP-Ansprechpartner?

Jedes Integrationsprojekt braucht jemanden auf ERP-Seite, der Zugänge bereitstellt, Datenstrukturen erklärt und bei Problemen reagiert. Ohne diesen Ansprechpartner steht das Projekt still.

5. Was passiert bei Fehlern?

Dateninkonsistenzen werden passieren. Definieren Sie vorab: Welches System hat Priorität? Wie werden Fehler protokolliert und eskaliert? Gibt es einen Rollback-Mechanismus?

Typische Fallstricke

  • Unterschätzte Datenqualität — wenn das ERP Müll enthält, fließt Müll in die Website
  • Fehlende Testumgebung — nie direkt gegen das Produktiv-ERP entwickeln
  • Scope Creep — „Können wir noch schnell die Rechnungen anbinden?“ kostet Wochen, nicht Stunden

Fazit: Eine gute ERP-Integration beginnt nicht beim Code, sondern bei der Vorbereitung. Je klarer die Anforderungen, desto vorhersagbarer Budget und Timeline.


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